VHS-Arbeitskreis Genealogie u. Heraldik mit vielen Projekten - E. Gottweiß und W. Arnold referierten
Mosbach.
Im ersten Halbjahr hat der VHS-Arbeitskreis Genealogie und Heraldik seine Projekte zur Digitalisierung und Auswertung der Kirchenbücher sowie zur Erfassung und Vernetzung der Familien im badischen Neckartal-Odenwald zielstrebig fortgeführt. Die Kontakte zu anderen Forschern konnten weiter ausgebaut und neue Mitglieder gewonnen werden - u.a. beim genealogischen Workshop in Haßmersheim.
Bei den Arbeiten profitierte man von der Weiterentwicklung der Genealogieprogramme. Zum Einstieg wurde von Fritz Müßig ein Workshop für Anfänger und ein Erfahrungsaustausch für Fortgeschrittene organisiert.
Es geht dem Arbeitskreis aber nicht um die reine Sammlung von Daten, sondern auch um die historischen und heimatgeschichtlichen Zusammenhänge. So sind die Ansiedlung von Bürgern aus der Schweiz nach dem 30-jährigen Krieg und die Auswanderungen ohne die Kenntnis der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht nachvollziehbar.
Auch die bis ins 19. Jahrhundert andauernden Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Konfessionen haben viele Familien beeinflußt. Das klang auch an bei Vorträgen von Ludwig Gruppenbacher zur Geschichte der ev. Kirche Aglasterhausen und von Günter Hüttler in der ev. Martinskirche Neckarelz über ihre 1250-jährige Geschichte.
Zu einem Erfahrungsaustausch im Hotel "Lamm" in Mosbach begrüßte man wieder Pat Manning aus Californien. Ein Abschluss des ersten Halbjahres war das Treffen auf dem Schreckhof. Die Geschichte des Schreckhofes, der 1305 erstmals urkundlich erwähnt wurde, und die Lebensumstände der Familien, die dort lebten, schilderte Erich Gottweiß anhand einer Powerpointpräsention. Ergänzend stellte Wilfried Arnold eine Chronik der Familie Vierling vor, die 1783 durch Heirat auf den Schreckhof kam. Die Darstellung der Herkunft und Bedeutung des Namens Vierling, der Verbreitung im In- und Ausland, der Ortsveränderungen im Laufe der Jahrhunderte, ist gleichzeitig ein Beispiel für die individuelle Gestaltung einer persönlichen Familienchronik.
Zum Abschluß erinnerten historische Bilder aus Alt-Diedesheim und ein interessanter Film über die letzte Fahrt der Kettenschlepper auf dem Neckar an frühere Zeiten. Beim nächsten Treffen am 14.9. im Bürgerhaus in Neunkirchen geht es um Familienforschung in katholischen Kirchenbüchern. Näheres unter www.vhs-mosbach.de/akgen.
nach RNZ vom 21. Jul. 2010