Kirchen und Ahnenforscher kooperieren

VHS-Arbeitskreis Genealogie befasste sich mit Digitalisierung und Auswertung von Kirchenbüchern

Mosbach.    Zum ersten Treffen des VHS-Arbeitskreises Genealogie und Heraldik im neuen Semester hieß Fritz Müßig (Haßmersheim) neben den zahlreich erschienenen Teilnehmern auch Dekan Dirk Keller und Pfarrvikar Sebastian Bauer-Hofmann (Haßmersheim) als Gäste willkommen. Schwerpunktthema im Winterhalbjahr ist die "Digitalisierung und Auswertung der Kirchenbücher". Hierzu besteht schon Kontakt zu verschiedenen Kirchengemeinden und Archiven. Es wurden bereits mehrere Kirchenbücher oder Teile davon digital aufgenommen, u.a. in Haßmersheim mit Obrigheim (luth.), Neckargerach mit Guttenberg, Lindach, Reichenbuch und Zwingenberg und Binau.

   Anhand einer Powerpoint-Präsentation gab zunächst Karl W. Bödecker (Obrigheim) einen Überblick über das Vorhaben und stellte die Kirchenbücher als wichtigste Quelle für die Familienforscher vor. Das Lesen der Kirchenbücher erfordert spezielle Kenntnisse; eine Transkription der Bücher, d.h. eine wortgenaue Abschrift, ermöglicht und erleichtert auch Ungeübten den Zugang zu den Texten. Relevante genealogische Daten wurden früher auf Karteikarten übertragen, heute stehen dafür Genealogieprogramme zur Verfügung, die eine bequemere Erfassung und Verwaltung der Daten erlauben und mit Namensregistern einen schnellen Zugang zu den gesuchten Textstellen ermöglichen.

   Wegen des Zeitaufwandes können umfangreiche Auswertungen praktisch nicht im Archiv durchgeführt werden - und daher stellt die Digitalfotografie in Verbindung mit der EDV eine wesentliche Verbesserung dar. Die Kirchenbücher müssen nicht mehr über längere Zeit ausgeliehen werden. Mit Genealogieprogrammen können für eine Familie bzw. einen bestimmten Ort Familienbücher erstellt werden.

   Ludwig Gruppenbacher (Aglasterhausen) berichtete über die von ihm erstellten Familienbücher von Aglasterhausen, Breitenbronn, Daudenzell und Asbach. Die gedruckten Bücher wurden gut angenommen. Hardy Körber (Unterschefflenz) bearbeitet seit 30 Jahren Anfragen an die Kirchengemeinde und hat die Kirchenbücher komplett abgeschrieben, da sie sich im schlechten Zustand befanden. Die Bücher wurden im Ev. Landeskirchlichen Archiv in Karlsruhe archiviert. Fritz Müßig führte dann am PC vor, wie die Recherchen in der Praxis mit den digitalisierten Kirchenbuchseiten in Verbindung mit der EDV erleichtert werden.

   Dekan Keller zeigte sich beeindruckt von den dargestellten Möglichkeiten und den geleisteten Arbeiten. Er will das Vorhaben unterstützen. Als erster Schritt sollen die Kirchenbücher Seite für Seite digital fotografiert werden. Für die weitere Auswertung im ev. Kirchenbezirk Mosbach sind noch Mitwirkende willkommen. Weitere Informationen: www.vhs-mosbach.de/akgen.
nach RNZ vom 17. Okt. 2007