Per Computer den Ahnen auf der Spur

Zehn Jahre VHS-Arbeitskreis Genealogie und Heraldik - Morgen nächstes Treffen

    Mosbach.    Durch sein "Plädoyer für Heimatforschung - Stadt- und Familiengeschichte" in der NRZ vom 22.12.1983 gab Balduin Herter den Anstoß für verschiedene Gesprächskreise und Kurse der Volkshochschule Mosbach zu Fragen der Familienforschung. Im Januar 1997 beschlossen Teilnehmer eines solchen VHS-Kurses, sich weiter regelmäßig zu treffen, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen. Sie gründeten hierzu den Arbeitskreis Genealogie und Heraldik

   Organisation und Leitung übernahm die unvergessene Erika Hemberger-Jung und nach ihrem Tod Fritz Müßig (Haßmersheim). In fast 100 Treffen, meist im VHS-Club-Raum und 30 mal in verschiedenen Orten der Umgebung informierten namhafte Referenten über genealogische Themen. Besucht wurden u.a. der Knopfhof, das Heimatmuseum Höpfingen, das Stadtmuseum Mosbach, das Kreisarchiv, die Stadtarchive in Mosbach die Archive auf Burg Guttenberg, Schloss Horneck und in Neunkirchen. Gepflegt wird auch der Kontakt mit benachbarten genealogischen Vereinen. Höhepunkt war im Juli 2004 eine gut angenommene Ausstellung im Heimatmuseum Neckarelz.

   Eine große Hilfe für die Hobbygenealogen ist der Computer mit speziellen Genealogie-Programmen. Auch die Möglichkeiten des Internets wurden früh genutzt und in einer Online-Präsentation vorgeführt. Nach Vorbereitungen von Karl W. Bödecker (Obrigheim) konnte der Arbeitskreis 1999 unter dem Dach der VHS seine Aktivitäten auf einer eigenen Homepage www.vhs-mosbach.de/akgen im Internet präsentieren. Nicht zuletzt dadurch kamen viele Kontakte mit Familienforschern aus aller Welt zu Stande. Besonderes Interesse in den Medien fand 2004 die von Fritz Müßig recherchierte Story des aus Haßmersheim stammenden Gottlob Heinrich Hörler, der um 1900 auf Papua-Guinea die Enkelin eines Kannibalenkönigs heiratete. Seine Erlebnisse dienten Astrid Lindgren als Vorlage für "Pippi Langstrumpf im Taka-Tuka-Land".

   Der Arbeitskreis verfolgt verschiedene Projekte u.a. "Vorfahren von Theodor Heuss", "Gastwirtsfamilien in Mosbach", "Wappen bekannter Mosbacher", "Auswanderer aus dem Neckar-Odenwald-Kreis", "Schweizer Einwanderer". Um die Familienforschungen in unserem Raum zusammenzuführen und die Vernetzung der Familien aufzuzeigen, wird eine Datenbank mit zurzeit. ca. 35.000 Personen geführt. Ein weiteres Arbeitsgebiet ist die Verkartung und Digitalisierung von Kirchenbüchern, um diese wertvollen Archivalien zu schonen und die Auskünfte für Familienforscher zu erleichtern. Ahnenforschung ist eine unendliche Geschichte. Interessante Themen werden dem Arbeitskreis daher nicht ausgehen. Das nächste Treffen am morgigen Dienstag um 19.30 Uhr im VHS-Club-Raum in der Hospitalgasse steht ganz im Zeichen des zehnjährigen Bestehens. Interessierte sind willkommen.
nach RNZ vom 5. Febr. 2007