Familienforscher übertragen Kirchenbücher

VHS-Arbeitskreis Genealogie und Heraldik traf sich zum Jahresabschluss - Balduin Herter übergab umfangreiche Wappensammlung

    Mosbach.    Das Jahresabschlusstreffen des Arbeitskreises Genealogie und Heraldik im "Amtsstüble" in Mosbach fand so großen Zuspruch, dass zusätzliche Plätze geschaffen werden mussten. Fritz Müßig (Haßmersheim) hieß neben den Mitgliedern besonders Jürgen Wißwässer aus Karlsruhe willkommen und überreichte ihm im Auftrag der Stadt Mosbach ein Exemplar des Jahrbuchs Mosbach 2005 als Anerkennung dafür, dass er ein auf einem Flohmarkt erworbenes Findbuch des Stadtarchivs Mosbach auf CD übertragen und dem Stadtarchiv übergeben hat.
   Müßig stellte anschließend die Möglichkeiten der CD zum Auffinden von Archivalien für die Vorbereitung auf Besuche im Archiv dar. Besonders begrüßt wurden auch Hans Ahrendt aus Hirschhorn, der durch seine Kurse zur Familienforschung an der Volkshochschule Mosbach als Initiator des Arbeitskreises gilt, und der erfahrene Genealoge Pfarrer i.R. Gerd Gramlich aus Bad Mergentheim, der eine umfangreiche Bibliothek mit u.a. 400 Ortsfamilienbüchern besitzt und auf die Bedeutung der Leichenpredigten für die Familienforschung hinwies.
   Fritz Müßig präsentierte dann am PC mit einem Beamer Beispiele aus den von ihm mit Digitalkamera verfilmten und auf CD übertragenen reformierten und katholischen Kirchenbüchern von Haßmersheim. Die lutherischen Kirchenbücher werden folgen. Durch die abhängig vom Bekenntnis der Landesherren auch innerhalb der Familien mehrmals wechselnde Religionszugehörigkeit sind Einträge zu gleichen Familien in reformierten und lutherischen sowie katholischen Kirchenbüchern zu finden.
   Karl W. Bödecker (Obrigheim) dankte im Namen der Anwesenden Fritz Müßig für seinen unermüdlichen Einsatz mit dem er den Arbeitskreis zusammengehalten, immer wieder Themen und Referenten gefunden und damit neue Interessenten gewonnen hat.
   Die Verfilmung und Transkription sowie die Zusammenstellung von Personen und Familien in Form von Tabellen oder Familienbüchern waren Schwerpunkt dieses Jahres. Dabei werden die Möglichkeiten der neuen Techniken für die Familienforschung genutzt. Neben der Bearbeitung mit PC und Speicherung auf Datenträgern und im Internet ist die Ausgabe in gedruckter Form unverzichtbar, wie dies mit den Ortsfamilienbüchern Aglasterhausen, Daudenzell und Breitenbronn durch Ludwig Gruppenbacher geschehen ist. Aus dem Datenbestand des Arbeitskreises wurde von Karl W. Bödecker ein "Vorläufiges Ortsfamilienbuch Obrigheim" als Arbeitsexemplar zusammengestellt. Zur Fertigstellung ist die Auswertung der evangelischen Kirchenbücher geplant.
   Auf der Webseite http://vhs-mosbach.de/akgen ist jetzt unter "Projekte" ein Überblick über die im Projekt "Familien im badischen Neckartal-Odenwald" erfassten über 15.000 Personen und 4.500 Familien einsehbar. Dargestellt ist, zu welchen Familiennamen und Orten in welchen Zeiträumen Angaben vorliegen. Damit kann man sich Online informieren, ob zu den eigenen Vorfahren Angaben erwartet werden können. Der Arbeitskreis erteilt Auskünfte und ist zur Fortschreibung an einem Austausch von weiteren Forschungsergebnissen interessiert.
   Balduin Herter (Mosbach), ein Fachmann auf dem Gebiet der Heraldik, übergab dann seine umfangreiche Wappensammlung in die Obhut des Arbeitskreises und äußerte den Wunsch, dass sich jemand finden möge, der seine Arbeit fortführt. Er hat in jahrelanger Arbeit ca. 100 Familienwappen zusammengetragen und bearbeitet, davon sind 66 endgültig beschrieben und historisch belegt. Fritz Müßig dankte ihm dafür, dass dem Arbeitskreis die Ehre zuteil wurde, diesen Schatz zu übernehmen. Gerne sicherte er einen sorgfältigen Umgang damit zu.
nach RNZ vom 20. Dez. 2005