Arbeit des VHS-Arbeitskreises Genealogie und Heraldik trägt Früchte - Semesterabschluss am Dienstag
Mosbach. Der VHS-Arbeitskreis Genealogie und Heraldik Mosbach sieht seine Arbeit durch ein steigendes Interesse an der Familienforschung bestätigt. Anfragen aus der Umgebung und von weiter her über seine Internet-Seite führten zu vielen neuen Kontakten. Durch den damit verbundenen Austausch von Informationen hat sich die Basis deutlich erweitert, aus der Auskünfte zu Vorfahren und zur Verwandtschaft mit anderen Familien gegeben werden können. Zuletzt waren die Familien Arnold, Endlich Senk gefragt.
Eine wichtige Quelle für Familienforscher sind Ortsfamilienbücher, durch die nicht leicht zu lesende Archivalien allgemein zugänglich gemacht und die Zusammenhänge der Familien in einem Ort aufgezeigt werden. Von Ludwig Gruppenbacher wurden Familienbücher von Aglasterhausen, Breitenbronn und Daudenzell herausgegeben (wir berichteten), Fritz Müßig hat Kirchenbücher von Haßmersheim übertragen, von Karl W. Bödecker wurde ein vorläufiges Familienbuch von Obrigheim als Arbeitsgrundlage zusammengestellt, das noch durch Auswertung der Kirchenbücher vervollständigt werden soll.
Eine Überraschung ergab sich Ende letzten Jahres kurz nach einem Besuch im Stadtarchiv Mosbach, als der Arbeitskreis eine CD mit dem Findbuch des Stadtarchivs Mosbach aus dem Jahre 1981 erhielt, das auf einem Flohmarkt in Karlsruhe erworben wurde. Mit dem Suchsystem der CD kann festgestellt werden, ob passende Unterlagen im Stadtarchiv vorhanden sind, und ein Besuch vorbereitet werden.
Bei seinem Treffen im Stadtarchiv hatte Stadtarchivarin Martina Rantasa das Archiv im Hinblick auf genealogische Forschungen vorgestellt. Dabei konnte auch Einblick in das bereits erwähnte Findbuch genommen werden, das von Archivamtsrat Julius Kastner in 10 Jahren erarbeitet worden war. Neben der Erfüllung rechtlicher Anforderungen und der Archivierung der Akten der Verwaltung gehört zu den Aufgaben es Stadtarchivs die Sicherung und Nutzbarmachung von wertvollem Kulturgut. Genealogisch interessant sind z. B. Versicherungsbücher, Einwohnermeldekartei, Bürgerbücher, Grundbücher, Auswanderungsakten.
Ein von Karl W. Bödecker betreutes Projekt des Arbeitskreises befasst sich mit den Schweizer Einwanderern nach dem 30jährigem Krieg. Damals verlor die Kurpfalz einen großen Teil ihrer Bevölkerung. Die Wiederbesiedlung erfolgte überwiegend aus der Schweiz. Hierzu wurden früher bereits umfangreiche Untersuchungen mit entsprechender Literatur durchgeführt. Das Neckartal lag abseits der großen Heerstraßen, die vorwiegend durch den Kraichgau führten. So waren Mosbach und die umliegenden Dörfer nicht so stark betroffen und die für Mosbach bekannte Zahl von ca. 150 Einwanderern ist vergleichsweise gering.
Damit Familien feststellen können, ob sie Vorfahren aus der Schweiz haben und woher sie stammen, möchte der Arbeitskreis Herkunft und Ziel der Schweizer Einwanderer in das Gebiet Badisches Neckartal-Odenwald zusammentragen. Gemeint sind die Orte beiderseits des Neckars zwischen Haßmersheim und Eberbach. Auf der Webseite www.vhs-mosbach.de/akgen werden Einzelheiten wie Namen, Herkunft und hiesiger Ort von Schweizer Einwanderern aufgelistet, zu denen dem Arbeitskreis Angaben vorliegen. Hinweise zu weiteren Einwanderern sind erwünscht.
Der Arbeitskreis gibt gern Auskunft und Unterstützung zu allen Fragen der Familienforschung und ist interessiert, weitere Informationen zu Ahnen- und Stammtafeln zu erhalten. Auch Anfänger sind bei dem monatlichen Erfahrungsaustausch immer willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Der Semesterabschluss findet am kommenden Dienstag, 2. August, im Mörtelsteiner Hof statt. Im Gespräch mit Emil Reinmuth sind sicher interessante Einblicke zu seinen Vorfahren zu erwarten.en oder käuflich erworben werden
nach RNZ vom 30. Juli 2005