Ahnenforscher setzen auf Computer

VHS-Arbeitskreis Genealogie und Heraldik legte Forschungsergebnisse dar - Treffen in Kreisgemeinden

    Mosbach.   Der Mosbacher VHS-Arbeitskreis Genealogie und Heraldik zog Bilanz seiner jüngsten Aktivitäten im Landkreis, zu denen Treffen in Höpfingen, Guttenbach und Haßmersheim gehören.
   Beim Besuch in Höpfingen stellte der Vorsitzende des dortigen Heimatvereins, Adalbert Hauck, das 1686 erbaute "Königheimer Höflein" vor, das mit großem Engagement der Mitglieder und Unterstützung der Gemeinde zu einem "vorbildlichen Heimatmuseum" (Preis des Arbeitskreises Heimatpflege Regierungsbezirk Karlsruhe) umgebaut werden konnte.
   Ausführlich schilderte Hauck zudem den von ihm untersuchten Ablauf und die Hintergründe einer Massenhochzeit im Jahre 1764 in Höpfingen. Es handelt sich um 45 Trauungen von Ausreisewilligen nach Südamerika. Bemerkenswert ist, dass niemand aus Höpfingen selbst stammte und die Ausreise schließlich nicht zustande kam. Ein weiteres Thema war das von Hauck mit dem Genealogieprogramm GF-Ahnen erstellte Ortssippenbuch von Höpfingen. Lange wurden dann noch Erfahrungen zu genealogischen Themen ausgetauscht, bevor Fritz Müßig dem Gastgeber für die ausführlichen Informationen Dank und Anerkennung aussprach.
   Im Juni traf sich der Arbeitskreis in Guttenbach, um Forschungsergebnisse zur Herkunft und Verbreitung der Reinmuths im badischen Odenwald auszutauschen. Ruth Witzel unterstützt von Waltraud Backfisch, stellte anhand der über 50 Jahre alten Forschungsergebnisse von Dr. Herbert Leutz die verschiedenen Stammlinien im 16 Jh. dar. Nach alten Urkunden sind acht Stämme in Reichenbuch, Obrigheim, Neckargerach, Binau, Lohrbach, Michelbach, Unterschwarzach und Neunkirchen nachweisbar. Den 30-jährigen Krieg hat nur der Neunkirchener Stamm überdauert. Alle Vorkommen des Namens in unserem Raum gehen wohl auf den Stammvater Hans Reymudt aus Neunkirchen, geboren um 1540, zurück. Von seinen Nachkommen, unter denen es auffallend viele Schulmeister und Lehrer gibt, wurden u.a. Stammlinien in Obrigheim und Haßmersheim begründet. Durch Vergleich mit ihren Ahnentafeln konnten auch Irene Bödigheimer (Neckargerach) und Fritz Müßig (Haßmersheim) hierzu Verbindungen aufzeigen.
   Dabei wurde auch der große Vorteil der Erfassung der Vorfahren mit Genealogieprogrammen offenbar, die einen einfacheren Austausch der Forschungsergebnisse erlauben als dies mit Karteikarten möglich wäre. Karl W. Bödecker (Obrigheim) legte Auszüge aus Internetdatenbanken vor. Die Teilnehmer waren überrascht, dass sie damit einige Lücken schließen konnten. Ausgehend von den Ergebnissen von Dr. Leutz wurde damit begonnen, bekannte Verknüpfungen in einer gemeinsamen Datenbank zu erfassen. Sie sind auf der Internetseite des Arbeitskreises www.VHS-Mosbach.de/akgen unter 'Projekte' einsehbar.
   Zum Thema "Häuser und Leute in Haßmersheim" trafen sich der Arbeitskreis und interessierte Bürger im Juli im Dorfgemeinschaftshaus in Haßmersheim. Zunächst gab Fritz Müßig einen Überblick über die ersten bekannten Familien in Haßmersheim. In Urkunden des Lorscher Codex aus den Jahren 774 bis 794 werden in Zusammenhang mit "Asmaresheim" genannt: Gerfried, Zogano, Mauritio und Hermenher. 1610 wurde ein Hans Kauffmann aus Mosbach Schultheiß in Haßmersheim. Er war der erste, dessen Abstammung und Lebensweg nachvollzogen werden kann. Seit 1650 können die Familien in den Kirchenbüchern verfolgt werden. U.a. waren im Ort aktiv: Raudenbusch, Goos, Pfladerer, Eser. Weiter zogen Klee (Österreich), Ruffler (Graubünden) und Müßig aus Neckarmühlbach zu.
   Die ersten Häuser sind im General-Verzeichnis niedergeschrieben. Horst Görlitzer ließ anhand einer Fülle alter Fotos den früheren Zustand alter Häuser wieder auferstehen und viele Bewohner der jüngeren Geschichte wieder lebendig werden. Es war beeindruckend, was alles von Bürgern zusammengetragen, am PC nachbearbeitet und im Großformat vorgeführt wurde.
nach RNZ vom 2. Aug. 2003