Die Entwicklung des Oberamtes

Referat beim Arbeitskreis für Genealogie und Heraldik - Ausstellung über genealogische Zusammenhänge

    Mosbach.   Beim jüngsten Treffen des Arbeitskreises Genealogie und Heraldik, einer Arbeitsgruppe der Volkshochschule Mosbach, standen die Zusammenhänge der Oberamtsschultheißen Müßig mit der Geschichte der Kurpfalz und des Oberamtes Mosbach auf der Tagesordnung. Zweiter Schwerpunkt war die Vorbereitung der Ausstellung "Genealogische Zusammenhänge im Elzmündungsraum", die am Pfingstwochenende im Heimatmuseum eröffnet werden soll.
     Das Referat zu den Zusammenhängen um die Oberamtsschultheißen hatte Fritz Müßig, Haßmersheim, vorbereitet. Mit den Eingangsworten von Matthias Claudius "Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit, und alle Welt vergehet in ihrer Herrlichkeit" umriss er, wie kurz die Zeit ist, mit der man sich hier im Zusammenhang befassen möchte. Einen Zeitrahmen von 350 Jahren umriss die Entwicklung bis zu einem Zeitabschnitt von ca. 80 Jahren, die "Müßig" als Oberamtsschultheißen Mosbach, das Oberamt und die Bevölkerung regierten. Zurück bis ins Jahr 1289 lässt sich eine staatliche Verwaltung in Mosbach nachweisen. Seit 1395 n. Chr. wird erstmals vom Namen "Müßig" in Schefflenz berichtet. Dies waren Stationen, die Fritz Müßig voranstellte, um den Zeitrahmen zu verdeutlichen.
     Mit einem weiteren geschichtlichen Abriss wurde die Entwicklung des Oberamtes Mosbach dargestellt. Die Organisation der Regierung an der Spitze des Oberamtes hatte der Vogt inne, Ihm unterstellt war der Oberamtschultheiß. Im Jahre 1713 wird erstmals ein Philipp Dietrich Müßig als Oberamtschultheiß zu Mosbach erwähnt. Leider ist noch nicht bekannt woher er kam und ob er Kinder hinterließ. Die Vermutung liegt nahe, dass eine Tochter aus der Ehe entstammt. In den folgenden Jahren bis 1747 wird Ph. D. Müßig immer wieder mit seiner Amtsbezeichnung gefunden.
     Das Kirchenbuch von Haßmersheim, eine bedeutende Fundstelle, konnte dann auf einen folgenden Schultheißen hinweisen. Es war Andreas Leopold, der Sohn von Philipp Theodor, der ebenfalls als Oberamtsschultheiß Erwähnung findet. Interessant war aus den Berichten zu entnehmen, wie das Wesen dieser Personen zu werten war. Mit Carl Engelbert, dem Oberamtsschultheißen und Salinenaufseher, und dessen Sohn endete die Dynastie der Oberamtsschultheißen-Linie "Müßig" in Mosbach.
     Eine Urkunde über die Adelsernennung Carl Engelberts und seines Bruders war Thema der Gesprächsrunde. Mit der Besprechung des vorliegenden Wappens und dessen Beschreibung aus der Zeit von 1781 konnte dieser interessante Teil abgeschlossen werden. Fritz Müßig bedankte sich bei Dr. Rüdiger Lenz, dessen geschichtlichen Daten er mit verwenden durfte.
     Nun wurde noch an der Vorbereitung der Ausstellung im Heimatmuseum in Neckarelz gearbeitet. Einen großen Katalog hatten die Arbeitskreismitglieder zusammengestellt. Die Arbeiten sollen ab Pfingsten für drei Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Man möchte hiermit auf diese positive Freizeitgestaltung und Geschichts- und Personenforschung aufmerksam machen. Genealogie, nicht nur für stille zurückgezogene Forscher, nein auch das Moderne hielt Einzug. Familienforschung per PC und die Hilfe im Internet beherrschen große Teile der Arbeitskreismitglieder. Über "www.vhs-mosbach.de/akgen" stellt der Arbeitskreis regelmäßig seine Neuigkeiten ein. Die Volkshochschule unterstützt diese Arbeit und Einsatzfreude mit besten Kräften.


nach RNZ vom 06. Apr. 2001