Familienkundliche Forschungen

Arbeitskreis Genealogie und Heraldik fand großes Interesse bei seinem Frühjahrsangebot

    Mosbach.  Kursangebot 1019, im Programm 2000, so lautet schlicht und einfach das Angebot der Volkshochschule Mosbach. Hinter diesem Angebot verbirgt sich vielseitiges Wissen und Informationsquellen für Hobbygenealogen und Heimatforscher. Der Arbeitskreis Genealogie und Heraldik, Mosbach, ist aus einem Kurs der VHS Mosbach hervorgegangen. Anlass und Zweck sind die gegenseitige Unterstützung der Teilnehmer bei ihren familienkundlichen Forschungen.
    Die von vielen Teilnehmern genutzte Möglichkeit sich zu informieren und mitzumachen zeigte in diesem Frühjahr erhebliche Früchte. Die Beteiligung stieg von Monat zu Monat. Dieses große Interesse ist auf das Angebot, das immer kurzfristig ausgewählt wird, zurückzuführen.
    Mit einem Vortrag von Karl Otto Walter, Schefflenz, begann das Frühjahrsangebot, in dem Häuser und Leute von Schefflenz unter dem Titel "Eine Idee wird zu einem Buch" vorgestellt wurde. Karl Otto Walter hatte ein Buch zusammengestellt, das Hobbygenealogen begeistern kann. Menschen und Geschichte werden hier in besonderer Weise zusammengeführt. Mit einem weiteren Informationsabend zu dem Thema "Woher kamen die Mosbacher" befasste sich Balduin Herter. Er zeigte die Wanderungsbewegung einer Region am Beispiel Mosbach auf. Viele Namen, die heute nicht mehr in dieser Region existieren, gingen in die Erinnerung zurück. Aber auch klingende Namen wie Kapferer usw. bestätigten, dass durch Einbürgerung in den Jahren 1830 ff. mehr als 368 Personen eine neue Heimat fanden und heute als Mosbacher Kernnamen zählen.
    Ludwig Gruppenbacher aus Aglasterhausen verstand es mit dem "Nonnenhöflein zu Aglasterhausen" die Teilnehmer auf ein ganz neues Feld zu locken. Erbbeständer, Bestandsgut und Erbbestandsbriefe wurden vorgestellt und praxisnah erläutert. Ein Erbbestandsbrief aus dem Jahre 1739 und seine Folgegeschichte konnte anhand eines Originals bestens die Geschichte verdeutlichen. Angeregt durch diesen Vortrag fand Erika Hemberger-Jung, die Leiterin des Arbeitskreises, Kontakt zur Familie Heininger auf dem Knopfhof. Die Geschichte des Knopfhofes, seine Besitzer und Erbbeständer konnten bei rustikalem Bauernvesper durch die Familie Heininger bestens dargestellt werden. Heinz Beil, Heimatforscher und Kenner der Familiengeschichte des Reichspräsidenten Ebert, ergänzte wunderbar durch seine exzellenten Fotosammlungen.
    Zum krönenden Abschluss des Frühjahresprogramms trafen sich die Freunde der Genealogie auf dem Ehrenfriedhof in Neckargerach. Betroffenheit war vielen an den Gesichtszügen abzulesen als Gymnasiallehrer i. R. Ludwig Herbold anhand der Erlebnisse des 22.3.1945 die letzten Kriegstage schilderte. Als Zehnjähriger persönlich erlebt, zwang es ihn zu Nachforschungen wie und warum solches Geschehen Wirklichkeit werden konnte. In ruhiger, aber fest fundamentierter Aussageform gelang es ihm, die Teilnehmer in seinen Bann zu ziehen. Interessiert an den ganzen Familienverbänden, deren hier auf dem Ehrenfriedhof gedacht wird, gingen die Teilnehmer über das Grabfeld mit den liegenden Gedächtnisplatten, gefüllt mit Namen, die an diesem schrecklichen Tag der letzten Kriegsgeschehen ihr Leben lassen mussten. Irene Bödigheimer, deren Ehemann selbst an der Entwicklung dieser Gedächtnisstätte mitgewirkt hatte, ergänzte durch ihre Berichte immer wieder den gehaltvollen Vortrag von Ludwig Herbold.
    Ruth und Hans Witzel luden zum Ausklang auf ihren Erbhof, der inzwischen privates Wohnfeld ausweist, ein. Der Dank von Erika Hemberger-Jung an Referenten und Gastgeber wurde durch reichen Beifall belohnt. Zusammenfassend soll auf den Internetseiten der VHS Mosbach die Arbeit der Hobbygeneabgen dargestellt werden. Ein erstes Versuchfeld mit Seiten des Arbeitskreises wurde durch Karl W. Bödecker, Obrigheim, dargestellt und soll alsbald mit der VHS gemeinsam Veröffentlichung finden.
nach RNZ vom 9. Jun. 2000