Die Gutleutanlage und Grabstein-Inschriften in Mosbach
als historisch-genealogische Zeugnisse

  Am 4. November 2003 gab Reinhard Wolf einen Einblick in seine umfangreichen Forschungen und in die vielfältigen Nutzungen der Gutleutanlage in Mosbach. Die Lage außerhalb der Stadt, an der alten Straße, die mitten durch der heutigen Friedhof verlief, eignete sich für die Unterbringung von Leuten, die man aus der Stadt heraushalten wollte. Im 16. Jh. wurde sie als Herberge für Durchreisende verwendet, um 1620 war sie ein Hospital für 'infizierte' Soldaten aus dem 30jährigem Krieg.
   Beim Bau der Eisenbahn wurden dort kranke Eisenbahner untergebracht. Somit ist die Gutleutanlage als Ursprung des Mosbacher Krankenhauses anzusehen.
   Die Kapelle ist 1479 urkundlich erwähnt. Zunächst wurde nur der Chor errichtet, dessen Schlußsteine tragen das kurpfälzische und österreichische Wappen. Das Langhaus wurde später angebaut.
   Eine Besonderheit ist eine höherliegende Tür. Sie könnte als Zugang zu einer Kanzel oder für Kranke gedient haben. Herr Wolf rückte mit seinen eindrucksvollen Dias die Wandmalereien in das rechte Licht. Die Darstellung der zwei Heiligen Michael und Andreas weist vielleicht darauf hin, dass ihnen die Kapelle geweiht ist. Es gibt noch viel zu ergründen, z.B. die Deutung der alten Wandkritzeleien.
   Dann erläuterte Herr Wolf anhand von weiteren Dias die um die Kapelle aufgestellten Grabmale vieler angesehener, aber auch einfacher Mosbacher Bürger. Auch wenn die Grabplatten teilweise schon verwittert sind, geben sie doch viele Hinweise auf das Leben und Wirken der Verstorbenen. Die Mitglieder des AK horchten auf, als eine Katharine Reinmuth, *15.6.1873 + 8.5.1932 genannt wurde.
   Unter dem Beifall der Teilnehmer dankte Fritz Müßig dem Referenten für seinen interessanten und ausführlichen Vortrag, der dazu anregte, die geschilderten Kostbarkeiten noch einmal selbst in Augenschein zu nehmen.