02.11.2004: Wanderungsbewegungen
Beim 56. Genealogentag waren auch die Wanderungsbewegungen ein Thema. Hierüber berichtete Balduin Herter, Mosbach. Er gab dabei auch einen Überblick über Zuwanderungen in den Raum Mosbach. Der AK hatte sich bereits früher hiermit beschäftigt: Barbara Moser (1999) "Zu- und Auswanderungen" und Balduin Herter (2000): "Woher kamen die Mosbacher?"
Die Mobilität der Menschen war früher größer als bisher angenommen, 30 bis 50% der Bevölkerung hat in ihrem Leben den Wohnsitz gewechselt. Nachkommen der Schweizer Einwanderer in unseren Raum nach dem 30jährigem Krieg sind in vielen Orten anzutreffen. Bekannte Familien werden für ein gemeinsames Treffen mit der Gruppe Kraichgau im Frühjahr zusammengestellt.
Welche Bedeutung die Zuwanderungen nach dem II. Weltkrieg haben, zeigt die von Georg Weber ermittelte Zahl von 20 Mio. Vertriebenen bis 1990. Es ist ein Anliegen von Balduin Herter, die Zuwanderungen in unseren Raum weiter aufzuarbeiten. Wenn sich für diese große Aufgabe niemand findet, könnten zunächst Teilgebiete bearbeitet werden.
Pfarrer a.D. Gramlich setzt sich dafür ein, flächendeckend Ortsfamilienbücher zu erstellen. Karl W. Bödecker wies auf das Projekt des AK hin, ein Netz ortsübergreifender Familien mit EDV-Unterstützung zu erstellen. Ortsfamilienbücher und private Forschungen sollten online verfügbar gemacht werden, z.B. bei GEDBAS oder Family Search. Damit Forschungsergebnisse nicht verloren gehen, sollte der Nachlass rechtzeitig geregelt werden, z.B. in einem Testament. Umfangreiche Nachlässe sollten dem jeweiligen genealogischem Verein übergeben werden.
Die Unterlagen des AK, die im Stadtarchiv eingestellt werden sollen, werden z.Z. geordnet und aufgelistet. Beim der Veranstaltung zum 200 Jubiläum von Friedrich Heuss, dem Neckarnapoleon, wird der AK mit einem Informationsstand vertreten sein.